Appleton

Estate

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Appleton Estate

 

Touren zur größten Rumbrennerei Jamaicas werden von allen touristischen Orten der Insel angeboten. Am bequemsten ist die Brennerei jedoch von Black River aus zu erreichen.

Die Besichtigung lässt sich mit dem Besuch der Y.S. Falls verbinden.

Der Weg ist gut ausgeschildert (Appleton Rum Tour).

Spätestens hinter Maggotty rasen LKW, hoch beladen mit Zuckerrohr, auf der schmalen Strasse Richtung Siloah.

Die Luft schmeckt süßlich bis gärend. Inmitten von Zuckerrohrfeldern taucht die rußige Fabrik auf. Aus Schornsteinen quillt schwarzer Rauch.

Gerne glaubt man, dass Teile der Anlage über 100 Jahre alt sind.

Man befindet sich also in einer „funktionierenden Museumsfabrik“.

 

Eine Videopräsentation gibt zunächst einen Einblick in die Historie

der Rumbrennerei und insbesondere in die interessante Geschichte

der Appleton Estate Fabrik. Versorgt mit vorbereitenden Hintergrundinformationen beginnt die eigentliche Besichtigung,

begleitet von einer kundigen Führerin.

Es werden auch Touren in anderen Sprachen z.B. auf Französisch oder in Deutsch angeboten. Demonstriert wird die Arbeitsweise der alten, mechanischen Zockerrohrpresse. Zunächst werden die Halme gewaschen, geschält und schließlich bis auf den letzten Tropfen gepresst. (Foto: historische Zuckerrohr-Presse) Der Saft, der in Strömen aus den Stangen schießt ist relativ farblos aber richtig lecker. (Am besten mal einen halben Meter Zuckerrohr kaufen, schälen lassen und dann stückweise kauen und aussaugen. Schließlich werden an jeder Straßenecke solche Leckereien für wenig Geld angeboten...) Solchermaßen ausgequetscht, bleibt von den Pflanzen nur eine Art Sägemehl, mit denen später die Kocher angeheizt werden. Das Zuckerwasser, "Nasser Zucker" genannt wird nun gekocht, bis nur noch Sirup überbleibt. Abgekühlt wird der Sirup zentrifugiert, die Zuckerkristalle auf diese Weise von der dunkelbraunen Melasse getrennt. Melasse, eigentlich ein Abfallprodukt aus der Zuckerindustrie, besteht zu über 50% aus Zucker und ist das Ausgangsprodukt zur Rumherstellung. In der Destillerie stehen die "Pot Still", in denen die Melasse in high-quality Rum verwandelt wird. Die riesige Halle wird einem so schnell nicht aus dem Gedächtnis weichen, beträgt die Temperatur hier doch mindestens 50C°. Außerdem liegt ein süßlich-heftiger Rum-Alkohol-Geruch in der Luft, der einem zwangsläufig in die Nase und anschließend in die Rübe steigt. Gut, dass wir vorher schon mal an der Bar einen Appleton-Special mit Cola probiert haben... Wer meint, hier Hightech-Apparaturen zu finden, der irrt gewaltig. Machnmal sind die Geräte, die sich seit Jahrzehnten (Jahrhunderten?) bewährt haben doch die besten. Bevor destilliert wird passiert aber noch folgendes: Die Melasse wird mit Wasser vermischt, um den Zuckeranteil zu senken (auf ca. 15%). Nach der Pasteurisierung (Erhitzen auf 65-80C° um Bakterien abzutöten) beginnt durch Zusetzen von Hefe der Gärprozess. Innerhalb von 30 Stunden verwandelt sich der Zucker so in Alkohol. Nach Absterben der Hefe verwandelt sich das sogenannte "live wash" dann in ein "dead wash" (Foto: live wash, dead wash). Erst jetzt beginnt die eigentliche Destillierung. Ergebnis dieses Prozesses ist zum einen Rum mit >85%, der sogenannte "high wine" und "low wine". Aus high- und low wine wird durch erneutes Destillieren schließlich niedrigprozentiger Rum.

Der Rundgang führt dann zur Destilleries mit den Brennöfen und der Lagerhalle für die Rumfässer. Hier wird der Rum in Eichenfässern gelagert. Diesen Holzfässern haben wir es zu verdanken, dass der Rum so schön goldbraun wird. Neben der Farbe verleit das Eichenfass dem Rum zudem ein bestimmtes Aroma. Die Lagerung kann bis zu 40 Jahren dauern und die Temperatur hier beträgt angenehme 20-25C°. Nach der Fasslagerung ist der Rum jedoch noch nicht fertig. (Foto: Lagerhaus) Bevor der leckere Tropfen in Flaschen abgefüllt über die Ladentheke wandern kann, wird er erst nach Kingston verbracht und dort von der Geschmacksmeisterin getestet. Um jeder Sorte über Jahre hinweg den gleichen guten Geschmack zu verleihen, wird der Rum verschiedener Jahrgänge "geblended" (gemischt). Die Rezepte sind jedoch streng geheim. Zurecht kann man fragen, wieso es dann weißen Rum wie den herrlichen Wray & Nephew Overproof Rum gibt. Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Der weiße Overproof wird direkt nach der Destillierung ohne Fasslagerung zum verkosten und abfüllen nach Kingston geschafft.
Auf die richtigen % bringt man Rum (zum Teil 90% Alc./Vol.) durch Verdünnen mit Wasser. Während ein Overproof mindestens 75% hat, ist der normale Appleton Special Jamaica Rum mit nur 43% weniger gefährlich. Appleton produziert eine Vielzahl von Sorten, weiß, braun, leicht und heftig. Zu den teureren zählt der "V/X", der zwischen 5 und 10 Jahren gelagert wird.

Am Schluss gibt es dann endlich eine von allen heiß ersehnte Rumprobe.

 

 

Adresse:

Siloah P.O.,

St. Elizabeth,

Tel.: 963/9215

 

 

 

Siehe auch unter:

Black River (Ort)

Siehe auch unter:

Y.S. Falls

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zeiten, in denen solche Touren angeboten werden sind:

Mo – Fr: 9 – 15:30 Uhr

Eintritt ca.: 12 US$

 

 

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